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Jagdtrieb

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Der Saluki ist der Windhund des mittleren Ostens, er ist perfekt an seine Umgebung angepasst. Er ist in der Lage über Sand, aber auch auf unebenem Gelände seine Beute zu hetzen und zu erlegen. Windhunde sind nichts anderes als reine Jäger, anders als die in heutiger Zeit bekannten Jagdgebrauchshunde, die lediglich Wild lautstark aufstöbern, die Spur von angeschossenem Wild verfolgen, oder eben abgeschossenes Wild apportieren. Seine Hetzleidenschaft wird durch die Bewegung des Hetzobjektes ausgelöst. Um dies sichten zu können, muss er die Umgebung genau beobachten. Darum auch der angeblich stolz erhobene Kopf. Das hat natürlich nichts mit Stolz zu tun, wie es ihm gerne nachgesagt wird, sondern der einzige Grund liegt darin, dass er ein reiner Sichtjäger ist. Aus diesem Grund hat er ausgezeichnete Augen, ihm entgeht kaum eine Bewegung, auch nicht in weiter Ferne. Hat dieser Sichtjäger ein jagdbares Objekt gesichtet, so wird er augenblicklich durchstarten und seine Beute über weite Strecken verfolgen. Anders als z.B. der Greyhound oder der Gepard ist er in der Lage seine Beute über mehrere Kilometer zu verfolgen. Er erreicht nach ca. 1000 m seine Höchstgeschwindigkeit und kann  diese über mehrere Kilometer halten. Man sagt auch, auf einer Strecke über 5 km ist er das schnellste Landsäugetier auf Erden. 

Über tausende von Jahren haben die Menschen sich diese außerordentliche Eigenschaft zu Nutzen gemacht, um sich mit Nahrung zu versorgen. Sie waren eine wichtige Lebensgrundlage der Menschen. Es wurden nur die besten Jäger miteinander verpaart. Kranke oder schwache Tiere hatten keine Daseinsberechtigung. Diese harte Selektion hat den Saluki zu dem gemacht, was wir heute so bewundern. Seine Intelligenz, Loyalität innerhalb der Familie und eben diese ungebändigte Leidenschaft zu jagen. Vor diesem Hintergrund muss man sich im Klaren sein, dass man, wenn man sich für ein Leben mit Saluki entscheidet, einen Jäger bei sich aufnimmt. Dies spielt im täglichen Zusammenleben insoweit eine Rolle, dass man ihn nur an sehr ausgewählten Stellen frei laufen lassen kann. Lässt man ihm die Freude des freien Auslaufs (was für einen Saluki das absolut Höchste ist), so muss man vor dem Ableinen Ausschau nach eventuellem Wild halten. Hat der Saluki erst einmal Wild gesichtet, so hilft kein Rufen mehr, er wird es verfolgen und ist damit all den Gefahren unserer heutigen Umwelt ausgesetzt. Sei es durch den Straßenverkehr, oder durch Jäger, die es nicht gerne sehen, wenn ein Hund Wild jagt und durchaus auch mal zum Gewehr greifen. Bei Windhunden ist das ein großes Problem, denn ein spielender, nicht hetzender Windhund, ist sehr schnell weiter als 300 m vom Halter entfernt. 

Leider sind gerade in Europa die Windhunde und ihre speziellen Eigenschaften etwas in Vergessenheit geraten. Waren sie noch vor 150 Jahren auf vielen Jagden dabei und jedem bekannt, so stößt man heute auf viel Unwissen und man wird heute mit vielerlei Fragen konfrontiert: 

„Ach der ist aber dünn, ist der krank?“

„Warum lassen sie ihn nicht von der Leine, pariert er nicht?“ 

Die erste Frage bezieht sich auf die äußere Erscheinung, das allgemeine Bild vom Hund hat sich gewandelt und geht eher in Richtung „knuffig“ bis zur Fettleibigkeit. Die zweite Frage bekommt man oft bei Hundebegegnungen im Wald oder an der Straße gestellt, alles Orte, die es unmöglich machen einen Windhund von der Leine zu lassen. Dennoch besteht die Möglichkeit einem Saluki das zu bieten, wofür er eigentlich da ist. Es gibt überall in Deutschland Windhundvereine die auch Nichtmitgliedern die Möglichkeit geben, dass ihre Hunde bei Coursing oder speziellen Rennen ihre Hetzleidenschaft ausleben können. Diese Plätze sind eingezäunt und es besteht keine Gefahr für den Hund. Ein Tag auf dem Windhundplatz macht sowohl dem Windhund als auch dem Besitzer viel Spaß.  Der Windhund konnte seiner größten Leidenschaft nachgehen und der Besitzer kann mit relativer Gelassenheit seinen Windhund dabei beobachten. Es ist immer wieder eine Augenweide die Windhunde bei der „Arbeit“ zu sehen und es ist schön, wenn man am Ende einen strahlenden und zufriedenen Windhund hat. Dabei ist es dem Windhund egal ob er am Ende einen Pokal hat oder letzter wurde. Für ihn zählt nur eins, das Häschen war seines.